Einleitende Worte

Seit dem September 2025 habe ich ein eigenen Blog. Der erste Artikel handelte über meine Distrohopping-Sucht. Ich habe mich damals dafür entschieden, den Blog bei dem Dienstleister micro.blog zu betreiben. Der Ansatz mit Markdown Beiträge zu schreiben, die dann in statische Webseiten umgewandelt werden, gefiel mir sehr. Außerdem bietet der Dienstleister noch einige Funktionen rund um den Blog selbst an. So gibt es dort Schnittstellen zu sozialen Netzwerken wie Mastodon, Bluesky, usw. Für mich war es ein schneller und einfacher Einstieg. So konnte ich herausfinden, ob mir das Bloggen überhaupt Spaß macht und ich einigermaßen regelmäßig schreiben.

Nun sind einige Monate vergangen. Ich habe kurze und lange Beiträge verfasst. Viele Beiträge waren eigentlich nur kurze Meldungen, dass ich mal wieder die Distribution gewechselt habe (Aktuell: 47 Tage in openSUSE Slowroll). Aber ich habe auch das ein oder andere über Emacs verfasst. Hier gebe ich mir sehr viel Mühe, wenn ich eine “Anleitung” schreibe. Einerseits denke ich, dass meine Beiträge eher triviale Themen behandeln, andererseits gibt es vielleicht dann doch noch einen anderen Menschen, der gerade auf der Suche für genau das Problem ist, welches ich gelöst habe.

Durch den Umzug habe ich sogar Feedback erhalten, dass offensichtlich andere Menschen hier lesen und zumindest vorbeischauen. Sacha Chua hat mittlerweile zwei- oder dreimal Beiträge von mir in den Emacs News aufgeführt. Durch den neuen Blog haben sich die Links geändert. Das habe ich nicht bedacht und ich hätte das wohl besser machen können. Aber so wurde ich über Mastodon angeschrieben, dass eine URL nicht aufrufbar ist. Zum Glück konnte ich das durch einen rewrite im Webserver ändern.

Was hat sich geändert?

Dieser Blog ist jetzt selber von mir gehostet. Und ich kann jetzt Beiträge komplett aus Emacs erstellen. Ich habe mir vorgenommen, dazu demnächst ein wenig mehr zu schreiben. Vielleicht ist das auch für den ein oder anderen interessant.

Aber kurz kann ich es hier beschreiben. Ich verwende jetzt eine einzelne Org-Datei, in der ich den kompletten Blog verwalte und schreibe. Ich habe damit alle Vorteile des Org-Mode. In Emacs verwende ich dann das Paket ox-hugo für den Export. Das Paket erzeugt aus der org-Struktur Markdown-Dateien für Hugo. Hugo selber ist ein Generator, der aus den Markdown-Dateien, Bildern, Anhängen, Theme und weiteren Konfigurationen eine statische Webseite erstellt. Ich kann mir diese dann lokal anschauen und prüfen. Bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, lade ich aus Emacs heraus das Ergebnis direkt auf meinen Webserver. Dort wird dann über Nginx die Seite bereitgestellt.

Damit ich dann auch ein paar, wenige Statistiken sehen kann, lädt hier zu Hause ein Raspberry Pi in Intervallen die Logs vom Server, bereitet sie auf und spielt sie in eine Influx-DB. Über Grafana kann ich dann Anzahl der Besucher, Seitenaufrufe und Länderverteilung sehen. Der Großteil der Aufrufe sind bisher übrigens Bots und Crawler. Aber der Useragent “URL/Emacs Emacs/30.1 (X11; x86_64-pc-linux-gnu)” taucht auch auf. Es gibt Menschen, die lesen offensichtlich den Blog sogar in Emacs.

Offensichtlich hat sich die Optik geändert. Ich habe in Hugo das Theme PaperMod integriert. Und die Schriftart Aporetic von Prot integriert.

Warum habe ich den Umzug durchgeführt?

Naja… ich tüftel grundsätzlich gerne. Es hat mir Spaß gemacht, dem Umzug vorzubereiten und durchzuführen. Das waren zwar bestimmt 20-30 Stunden Arbeit. Aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Außerdem habe ich jetzt alles selbst unter Kontrolle. Bis auf den virtuellen Server bei Netcup ist alles in meiner Hand. Ich kann den Blog jetzt so gestalten, wie ich es mir vorstelle und hänge nicht mehr an einem Dienstleister, der eben gewisse Funktionen bereitstellt oder auch nicht. Ich bin hier jetzt digital souverän.

Außerdem muss ich nicht mehr Emacs verlassen. Ich schreibe hier einen Beitrag. Prüfe das Ergebnis im Browser lokal. Und wenn es mir gefällt, lade ich direkt in den Blog hoch. Bei micro.blog musste ich vorher noch den Umweg gehen und einmal die Org-Datei in Markdown exportieren und händisch in micro.blog kopieren. Ebenso musste ich Anhänge so überführen. Das fällt jetzt alles weg.

Willkommen… noch einmal…

Ich freue mich über jeden Besucher und sage:

Herzlich Willkommen

Und wenn du mich kontaktieren möchtest, dann schreib mich gerne auf Mastodon an. Oder schreib mir eine Email.